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Der ethische Verhaltenskodex der ICF
Jedes ICF-Mitglied verpflichtet sich, die nachstehenden ethischen Standards einzuhalten. Hierzu gehört auch unsere Politik über unerwünschte Werbemitteilungen (UCC=Unsolicited Commercial Communications), auch unter dem Kürzel SPAM bekannt. Wir haben zudem ein Review-System für Beschwerden über ein ICF-Mitglied oder einen akkreditierten Coach eingerichtet. Egal, ob Sie selbst Coach oder als Privatperson am Coaching interessiert sind, machen Sie sich doch einfach mit den nachstehenden Informationen vertraut und lernen Sie die hohen Standards unserer professionellen Mitglieder kennen.
Teil 1: Definition des Coachings
Abschnitt 1: Definitionen
Coaching: Unter Coaching versteht man eine partnerschaftliche Beziehung mit Klienten, die sie zum
Nachdenken anregt und ihnen mit kreativen Verfahren hilft, ihre persönlichen und beruflichen
Potenziale bestmöglich zu nutzen.
Professionelle Coaching-Beziehung: Eine professionelle Coaching-Beziehung liegt vor, wenn das
Coaching eine geschäftliche Vereinbarung oder einen Vertrag umfasst, in denen die Pflichten jeder
Partei festgelegt sind.
Professioneller ICF-Coach: Ein professioneller ICF-Coach stimmt zu, die Kernkompetenzen der ICF
in der beruflichen Praxis umzusetzen und verpflichtet sich dem ICF Ethik-Code.
Um die Rollen in der Coaching-Beziehung abzugrenzen, ist es häufig erforderlich, zwischen dem Klienten
und dem Auftraggeber zu unterscheiden. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem Klienten und
dem Auftraggeber um dieselbe Person; sie werden daher gemeinsam als Klient bezeichnet. Zum Zweck
der Identifizierung definiert die International Coach Federation diese Rollen jedoch wie folgt:
Klient: Der Klient ist die Person, die gecoacht wird (es kann sich auch um mehrere Personen handeln).
Auftraggeber: Als „Auftraggeber“ werden die Einrichtung, das Unternehmen oder die Person (einschließlich ihrer Vertreter) bezeichnet, die für die zu erbringenden Coaching-Leistungen bezahlt bzw. diese veranlasst.
In alle Fällen müssen in Coaching-Verträgen oder -Vereinbarungen sowohl die Rechte, Rollen und Pflichten des Klienten als auch die des Auftraggebers dargelegt werden (sofern es sich nicht um dieselben Personen handelt).
Teil 2: Die ICF-Standards für ethisches Verhalten
Einleitung: Professionelle ICF-Coaches verpflichten sich zu einem Verhalten, das sich positiv auf den Beruf des Coachs auswirkt, respektieren die verschiedenen Ansätze des Coachings und erkennen an, dass sie an geltende Gesetze und Bestimmungen gebunden sind.
Abschnitt 1: Professionelles Verhalten im Allgemeinen
Als Coach:
- Ich werde nicht wissentlich Erklärungen in der Öffentlichkeit abgeben, die im Hinblick auf die von mir
als Coach angebotenen Leistungen unwahr oder irreführend sind oder in chriftlicher Form falsche
Behauptungen in Bezug auf das Berufsfeld Coaching, meine Zertifizierung oder die ICF aufstellen.
- Ich werde stets zutreffend über meine Qualifikationen als Coach, meine Sachkenntnis und Erfahrung,
ICF Ethik-Code
ICF – Förderung der Kunst, Wissenschaft und Praxis des professionellen Coachings Seite 2 von 4
Zulassungen und ICF-Zertifizierungen Auskunft geben.
- Ich erkenne die Bemühungen und Leistungen anderer an und gebe sie nicht als meine eigenen aus.
Ich bin mir bewusst, dass Verstöße gegen diesen Grundsatz dazu führen können, dass Dritte rechtliche
Schritte gegen mich einleiten.
- Ich bemühe mich jederzeit darum, mir persönliche Aspekte oder Umstände bewusst zu machen, die
meine Leistung als Coach oder meine beruflichen Beziehungen beeinträchtigen, stören oder damit in
Konflikt treten könnten. Wenn es die Tatsachen oder Umstände erfordern, werde ich mich unverzüglich
um professionelle Hilfe bemühen und entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind, bis hin zu einer
zeitweiligen Aufgabe oder Beendigung meiner Coaching-Beziehung(en).
- Ich werde mich als Trainer, Supervisor oder Ausbilder von Coaches stets entsprechend dem ICF Ethik-
Code verhalten.
- Ich werde Forschungsarbeiten fachkundig, aufrichtig und nach anerkannten wissenschaftlichen
Standards durchführen und dokumentieren. Ich werde meine Forschungsarbeit nur mit der erforderlichen
Zustimmung aller Beteiligten und mit Verfahren durchführen, die gewährleisten, dass keiner der
Beteiligten zu Schaden kommt. Ich werde dabei alle Gesetze des Landes befolgen, in dem ich meine
Forschungsarbeit durchführe.
- Ich werde alle Unterlagen und Aufzeichnungen über meine Tätigkeit als Coach in einer Weise
verfassen, führen, aufbewahren und vernichten, die die Vertraulichkeit und den Datenschutz
gewährleistet und im Einklang mit geltenden gesetzlichen Regelungen steht.
- Ich werde Kontaktdaten von ICF-Mitgliedern (E-Mail-Adressen, Telefonnummern usw.) ausschließlich
in dem Umfang und zu den Zwecken verwenden, die von der ICF genehmigt sind.
Abschnitt 2: Interessenkonflikte
Als Coach:
- Ich werde jegliche Interessenkonflikte und möglichen Interessenkonflikte vermeiden sowie derartige
Konflikte aufrichtig offen legen. Sollten derartige Konflikte entstehen, werde ich anbieten, mich aus der
jeweiligen Coaching-Beziehung zurückzuziehen.
- Ich werde meinem Klienten und seinem Auftraggeber gegenüber alle von Dritten zu erwartenden
Vergütungen offen legen, die ich möglicherweise dafür erhalte, dem Klienten gegenüber Empfehlungen
auszusprechen.
- Ich werde jegliche Kompensationsgeschäfte mit Dienstleistungen, Waren oder anderen
Sachvergütungen nur eingehen, wenn dies die Coaching-Beziehung nicht beeinflusst.
- Ich werde wissentlich keinen persönlichen, beruflichen oder finanziellen Vorteil oder Nutzen aus der
Coach-Klienten-Beziehung ziehen, der über die vereinbarte oder vertraglich festgelegte Vergütung
hinaus geht.
Abschnitt 3: Professionelles Verhalten mit Klienten
Als Coach:
- Ich werde wissentlich keine irreführenden oder falschen Behauptungen darüber aufstellen, was mein
Klient oder Auftraggeber von meiner Arbeit als Coach oder dem Coaching-Prozess erwarten kann.
ICF – Förderung der Kunst, Wissenschaft und Praxis des professionellen Coachings Seite 3 von 4
- Ich werde meinen möglichen Klienten oder Auftraggebern keine Informationen liefern oder
Ratschläge erteilen, von denen ich weiß oder annehme, dass sie irreführend oder falsch sind.
- Ich werde mit meinen Klienten und Auftraggebern klare Vereinbarungen und Verträge abschließen.
Ich werde alle Vereinbarungen und Verträge erfüllen, die ich im Rahmen von professionellen Coaching-
Beziehungen abschließe.
- Ich werde im Vorfeld oder in der ersten Coaching-Sitzung sicherstellen, dass mein Klient und der
Auftraggeber das Wesen des Coaching, die Bedeutung und die Grenzen der Vertraulichkeit, die
finanziellen Vereinbarungen und die sonstigen Bedingungen der Coaching-Vereinbarung oder des
Coaching-Vertrags versteht.
- Ich werde dafür verantwortlich sein, im Hinblick auf den Körperkontakt mit meinen Klienten und
Auftraggebern klare, angemessene und kulturell angepasste Grenzen zu setzen.
- Ich werde keine sexuellen Beziehungen mit meinen Klienten und Auftraggebern eingehen.
- Ich werde das Recht des Klienten respektieren, die Coaching-Beziehung jederzeit gemäß den
Bestimmungen der Vereinbarung oder des Vertrages zu beenden. Ich werde aufmerksam auf Anzeichen
dafür achten, dass der Klient keinen Nutzen aus der Coaching-Beziehung mehr zieht.
- Sollte ich zu der Überzeugung gelangen, dass einem Klienten oder Auftraggeber mit einem anderen
Coach oder einer anderen Ressource besser gedient ist, werde ich ihn zu einem entsprechenden
Wechsel ermutigen.
- Ich werde meinen Klienten empfehlen, die Dienste anderer Fachleute in Anspruch zu nehmen,
wenn ich es für notwendig oder angebracht halte.
Abschnitt 4: Vertraulichkeit/Datenschutz
Als Coach:
- Ich werde sämtliche Daten und Informationen meiner Klienten und Auftraggeber streng vertraulich behandeln. Ich werde klare Vereinbarungen treffen oder Verträge abschließen, bevor ich Informationen an Dritte weitergebe. Eine Ausnahme stellt jegliche gesetzliche Auskunftspflicht dar.
- Ich werde klare Vereinbarungen darüber treffen, wie Coaching-Informationen zwischen dem Coach,
Klienten und Auftraggeber ausgetauscht werden.
- Als Trainer für angehende Coaches lege ich klare Vertraulichkeitsrichtlinien für meine Schüler fest.
- Ich werde mit verbundenen Coaches und anderen Personen, die ich im Dienst meiner Klienten und
ihrer Auftraggeber gegen Bezahlung oder unentgeltlich beschäftige, klare Vereinbarungen treffen oder
Verträge abschließen, um den Standards in Abschnitt 4: Vertraulichkeit/Datenschutz in Teil 2 des ICF
Ethikcodes und dem gesamten ICF Ethikcode im anwendbaren Umfang zu entsprechen.
Teil 3: Das ICF Ethikversprechen
Als professioneller Coach erkenne ich meine ethischen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber
meinen Klienten und Auftraggebern, Kollegen und der allgemeinen Öffentlichkeit an und verpflichte mich, diese zu erfüllen. Ich gelobe, den ICF Ethik-Code einzuhalten und diese Grundsätze meinen Klienten gegenüber zu verkörpern.
Für den Fall, dass ich gegen diese Verpflichtung oder gegen jeglichen Teil des ICF Ethik-Codes
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verstoße, stimme ich zu, dass mich die ICF nach alleinigem Ermessen dafür zur Rechenschaft ziehen kann. Ferner erkenne ich an, dass jeglicher Verstoß gegen den ICF Ethik-Code den Verlust der Mitgliedschaft in der ICF sowie den Verlust der ICF-Zertifizierung nach sich ziehen kann.
Genehmigt vom Ethics and Standards Committee am 30. Oktober 2008.
Genehmigt vom ICF-Vorstand am 18. Dezember 2008.
Weitere Informationen zum Nachlesen:
- English: ICF Code of Ethics HTML | PDF
- French (Code de Déontologie ICF) PDF
- German (Ethische Grundsätze und
Verhaltensnormen) PDF
- Spanish (Código de Etica de la ICF) PDF
Umgang der ICF mit SPAM-Mitteilungen : - in Bearbeitung -
Prozess zur Überprüfung des ethischen Verhaltens (ECR=Ethical Conduct Review):
- Processus ECR
ECR Process Introduction
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Beschwerde
wegen Nichteinhaltung des ICF-Ethik-Codes – Hinweise:
Ethics Complaint Form
Instructions
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Beschwerde wegen Nichteinhaltung des ICF-Ethik-Codes – Beschwerdeformular:
Ethics Complaint Form
Für spezifische Auskünfte zu den ethischen Grundsätzen und Verhaltensnormen wenden Sie sich bitte direkt an: : magda.mook@coachfederation.org
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